Guido Fluri-Stiftung: Kinderheim Mümliswil-Ramiswil wird Ausstellung

Publiziert von Melanie Schafroth am 26 Mai 2011 unter Dies und Das
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Geschichtsstätte infolge düsterer Kindheitserinnerungen

Die Gemeinde Mümliswil-Ramiswil im Kanton Solothurn hat ihr „Heim“ verkauft. Das ehemalige Kinderheim erhält einen neuen Besitzer – Die Guido Fluri-Stiftung. Diese setzt sich unter anderem für Gewalt gegen Kinder ein. Die notarielle Schlüsselübergabe erfolgte am 25. Mai 2011. Es ist kein Zufall, dass der Gründer der Stiftung Guido Fluri das ehemalige Kinderheim zu einem Museum mit permanenter Ausstellung umfunktionieren möchte, denn düstere Kindheits-erlebnisse verbinden ihn mit diesem Heim.

Cham/Mümliswil, 26. Mai 2011 – Als Gründer der Guido Fluri-Stiftung erinnert sich Guido Fluri persönlich an das Heim. Es sind Geschichten, die düstere Erinnerungen an seine Kindheit wecken. Genau dieses Heim hat er nun gekauft. Seit dem 25. Mai 2011 ist das Heim offiziell im Besitz der Guido Fluri-Stiftung. Das ehemalige Kinderheim im solothurnischen Mümliswil-Ramiswil soll nun zum Museum umgestaltet werden. Viele Ideen, wie Kletterschule, Naturpark-Herberge, Schulungszentrum sind wegen zu hohen Sanierungskosten gescheitert. Guido Fluri ist froh darüber: „Das Heim wird als Museum ein Geschichtsträger sein. Die Öffentlichkeit soll erfahren, was ehemalige Heim- und Verdingkinder in der Schweiz erleiden mussten. Gleichzeitig soll auf die aktuelle Problematik der Gewalt an Kindern aufmerksam gemacht werden.“ Die permanente Ausstellung wird unter anderem Ergebnissen des Forschungsprojektes „Kinderheime Schweiz-Historische Aufarbeitung“ unter der Projektleitung von Dr. Thomas Huonker beherbergen. Sie wird Ende 2012 öffentlich zugänglich sein.

Schmerzhafte Erinnerungen erdrücken
Misshandlungen, sexuelle Übergriffe und Mobbing gehörten in vielen Schweizer Heimen zu den damaligen versteckten Erziehungsmethoden. Die Heim- und Verdingkinder wurden ihrer Kindheit beraubt und mit ihrem Seelenschmerz alleine gelassen. Viele von ihnen leiden heute noch und ein Leben lang darunter. Darüber zu sprechen oder sich damit auseinanderzusetzen, fällt ihnen auch als Erwachsene schwer. Sie wissen oft nicht, an wen sie sich wenden sollen. Umso wichtiger ist es, Orte zu schaffen, die auf dieses Thema hinweisen. Das Museum soll als Begegnungsstätte und Informationsplattform über die schmerzliche Erfahrung von Heim- und Verdingkindern in der Vergangenheit dienen. Die Aufarbeitungsarbeit von Dr. Thomas Huonker wird ein wichtiger Bestandteil sein, denn die Guido Fluri-Stiftung unterstützt den Zürcher Historiker in seinem Forschungsprojekt. Menschen, die anonym über ihre Erlebnisse berichten und sich mit Betroffenen vertraulich austauschen möchten, finden eine entsprechende Plattform auf www.kinderheime-schweiz.ch. Gewalt in Familien und in privaten- oder öffentlichen Institutionen ist immer noch ein Tabu, aber ein aktuelles, gesellschaftliches Problem.

Guido Fluri-Stiftung
Die Stiftung verfolgt drei unterschiedliche Zwecke, die alle einen Bezug zur persönlichen Geschichte vom Stiftungsgründer Guido Fluri haben.

Mit Gewalt an Kindern setzt sich die Stiftung für das Wohle der Pflegekinder ein. Das Thema Gewalt gegen Kinder soll in der Öffentlichkeit verbreitet und das Interesse für benachteiligte, traumatisierte Kinder, ohne sichere Betreuung ihrer Ursprungsfamilie, gefördert werden. Die Stiftung unterstützt weiter wissenschaftliche Forschungsprojekte im Bereich traumatisierte Pflegekinder insbesondere langfristige Folgen und Chancen. Die Internetplattform worldkids.info gibt.
Betroffenen die Möglichkeit, sich anonym zu melden und sich mit ihrem Anliegen Gehör zu verschaffen.

Die Guido Fluri-Stiftung befasst sich in einem weiteren Zweck mit der Hirntumorforschung in Zusammenarbeit mit Fachkliniken und Forschungsinstituten. Die Interessengemeinschaft Akustikusneurinom IGAN (www.akustikusneurinom.info) und die medizinische Plattform www.gliome.info ermöglicht Betroffenen, sich über neuste Forschungsresultate und Therapien zu informieren und sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.

Mit dem dritten Zweck setzt sich die Stiftung für mehr öffentliche Aufklärung und Forschung der Krankheit Schizophrenie ein. Menschen mit dieser Krankheit werden von der Gesellschaft oft ausgegrenzt, weil grosses Unwissen darüber herrscht. Angehörige sind oft überfordert. Veranstaltungen unter der Leitung von Therapeuten und die Internetseite www.leben-mit-schizophrenie.ch bieten Angehörigen eine Informationsplattform und die Möglichkeit sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.

Als Botschafterin engagiert sich Tanja Gutmann für die Stiftung. Die Stiftung finanziert sich mit eigenen Mitteln und ist nicht in erster Linie auf Spenden angewiesen. www.guido-fluri-stiftung.ch


Guido Fluri, Stiftungspräsident der Guido Fluri Stiftung

[caption id="attachment_2418" align="alignnone" width="778" caption="Guido Flury Stiftung Guido Flury, Marcel Furrer Stiftungsrat und Gemeindepraesident Muemliswil - Ramiswil, Kurt Bloch-Christ"][/caption]

Kurt Bloch, Dr. Thomas Huonker, Tanja Gutmann, Guido Fluri, Marcel Furrer

Kurt Bloch, Dr. Thomas Huonker, Tanja Gutmann, Guido Fluri, Marcel Furrer

Marcel Furrer, Guido Fluri, Kurt Bloch

Die Bilder sind auf Keystone ab sofort erhältlich:
“http://www.photopress.ch/image/Aktuell/Mai+11/Guido+Fluri+Stiftung”>http://www.photopress.ch/image/Aktuell/Mai+11/Guido+Fluri+Stiftung
oder auf
“http://www.buero10.ch/”>http://www.buero10.ch (Galerie)

Kontakt für Medien und Beschaffung von Bildmaterial:
Medienstelle Guido Fluri-Stiftung, Büro 10, Zürcherstrasse 119, 8406 Winterthur
Telefon 052 269 20 06, E-Mail info@buero10.ch, www.guido-fluri-stiftung

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