Wenn der Schlaf auf Reisen geht
Wir reisen, um neue geistige Anregungen zu empfangen und unsere Sinne zu stimulieren. Und wir fahren oder fliegen in den Urlaub, um uns von Anstrengungen und dem Stress zu erholen. „Doch Vorsicht – für den Körper bedeutet Reisen und Urlaub ein Verlassen der gewohnten Lebensumstände und die Notwendigkeit, sich an die neue Situationen anzupassen“, sagt der Schlafpsychologe, Buchautor und SAMINA-Schlafexperte Günther W. Amann-Jennson. Er hat praktische Tipps, die auf Reisen und im Urlaub zu süssen Träumen verhelfen können.
Unbekannte Geräusche und Lärm
Das kennen wir alle vom letzten Urlaub: Man liegt wach im Hotelbett, das bei jeder Bewegung knarrt, der Fernseher des Zimmernachbarn läuft zu laut, fröhliche Urlauber, die lachend und lärmend vor dem Hotel entlang laufen und dazu die rauschende Klimaanlage. „Gerade in der ersten Nacht empfindet man diese Situation unglaublich laut und störend. Oft fällt man, noch müde von der Anreise, erst nach Stunden in einen unruhigen Schlaf und am nächsten Morgen fühlt man sich kein bisschen erholt. Das kommt einem so bekannt vor, vor allem wenn man zu Hause schon schlecht und nicht erholsam geschlafen hat“ erklärt der Schlafpsychologe.
Innere Uhr beachten
Viele Körperfunktionen laufen nach einer “inneren Uhr” ab und werden von Umweltfaktoren der gewohnten Umgebung (“Zeitgebern”) gesteuert. Ein Abweichen vom gewohnten Rhythmus macht sich z.B. bei der Verdauung bemerkbar. Das Schlafbedürfnis reagiert besonders auf Änderungen der Tag/Nacht-Folge (Hell/Dunkel-Signale). Wie zu Hause sollten vor dem Schlafengehen bestimmte Regeln eingehalten werden:
· gewohnte Schlafzeiten und Schlafdauer möglichst einhalten
· am Abend nicht zu spät und zu üppig essen
· übermässigen Alkohol- sowie Koffeinkonsum am Abend meiden
· nicht längere Zeit schlaflos im Bett zubringen, sondern lieber aufstehen und sich ablenken.
Ungewohnte Umgebung
Auch wer normalerweise schnell einschläft und morgens immer einen Wecker braucht, kann in ungewohnter Umgebung plötzlich kein Auge zubekommen. Daran ist nicht nur die neue Schlafsituation im Hotel oder der Ferienwohnung schuld. Der Klimawechsel und der ganze Ausnahmezustand einer Reise tragen ebenfalls zur inneren Unruhe bei.
Körper im Ausnahmezustand
Bei vielen geht der Reisestress schon am Vorabend der Abreise los: Habe ich auch wirklich alles Wichtige eingepackt? Und schon beginnt die Grübelei vor dem Einschlafen. In Gedanken wird nochmals das ganze Gepäck gecheckt. Kein Wunder, dass der Schlaf bei diesem ‚Einschlaf-Ritual’ auf sich warten lässt. Darüber hinaus wirkt sich das bei vielen Menschen ‚eingebaute Weckprogramm’ plötzlich negativ aus: Wer nämlich weiss, dass er unbedingt morgens um 04:30 Uhr aufstehen muss, wacht häufig lange vorher auf und schläft den Rest der ohnehin zu kurzen Nacht nur noch schlecht.
Erschöpfter Körper – wacher Geist
Nach einer meist anstrengenden Anreise ist der Körper zwar erschöpft, aber der Geist läuft oft noch auf Hochtouren. Hier hilft ein kurzer Abendspaziergang oder ein warmes Bad. Damit wird die innere Anspannung gelöst und unsere Sinne auf Urlaub eingestellt. Vor dem Zubettgehen helfen auch im Urlaub eine heisse Tasse Kräutertee oder warme Milch mit Honig, schläfrig zu werden. Natürlich machen auch alkoholische Getränke müde, doch hier ist Vorsicht geboten: Alkohol verbessert zwar das Einschlafen, verschlechtert jedoch das ruhige Durchschlafen. Mehr als ein Glas Wein oder Bier zum Essen sollte es daher nicht sein. Auch zu üppiges oder spätes Abendessen stören den Schlaf und vor allem seinen Erholungswert.
„Gewohnheitstier“ Mensch
Nach den ersten Ferientagen verschwinden die Schlafprobleme meist von allein. Bewegung an der frischen Luft und Sonnenlicht bringen die innere Uhr wieder ins Gleichgewicht, sagen Schlafexperten. Wer trotzdem länger unter Einschlafstörungen leidet, kann versuchen, seiner von zu Hause gewohnten Schlafens- und Aufstehzeit zu folgen. Der Körper ist darauf quasi programmiert und passt sich Änderungen oft nur langsam an.
Das richtige Bett – auch im Urlaub
Es ist wie zu Hause: wie man sich bettet so schläft man. Geben Sie möglichst schon bei der Hotelreservierung Ihre Ansprüche an die Qualität Ihres Urlaubsbettes bekannt. Zum Beispiel Einzelmatratzen, keine Wasser- oder Elektrobetten, keine Federkernmatratzen, keine Kunstfasern, ruhiges Zimmer usw. Und nehmen Sie allenfalls Ihr eigenes Kopfkissen in den Urlaub mit. Falls Sie mit dem Auto reisen, lohnt sich auch das Mitnehmen einer luftigen, hauchdünnen Schafschurwollzudecke samt dem richtigen Kissen von SAMINA. Schafschurwolle wirkt im Sommer kühlend und schafft ein angenehmes Bettklima.
Schlaffördernde Mittel und Techniken
· Warme Milch und Zucker (Honig) sind in der Volksmedizin seit langem als Einschlafhilfen bekannt. Milch enthält Tryptophan und so genannte Casomorphine. Das sind natürliche Stoffe, die den Schlaf fördern. Wirksam ist auch, etwa eine halbe Stunde vor dem Zubettgehen eine kohlenhydratreiche Mahlzeit mit wenig Eiweiss zu sich zu nehmen.
· Es gibt viele pflanzliche Mittel gegen Schlaflosigkeit, meist als Tees oder in Tropfenform wie Baldrian, Hopfen oder Passionsblume. Beratung für den gezielten Einsatz gibt es in der Apotheke.
· Gegen Schlafstörungen im Urlaub haben sich unter anderem homöopathische Komplexmittel bewährt. Sie sind aus mehreren schlaffördernden Bestandteilen wie Passiflora, Zincum valerianicum oder Lupulus zusammengesetzt. Auch hier gibt es in den Apotheken die passende Beratung.
· Untersuchungen zufolge soll zur Aktivierung der inneren Uhr auch eine Art Lichttherapie beitragen. Helles Licht untertags im Freien oder zu Hause verbessert den Nachtschlaf.
· Erfolg versprechen auch die Einschlaftechniken, die autogenes Training oder Yoga bieten.
Sonderproblem Jetlag
„Jetlag nennt man die Beschwerden, die bei Überquerung mehrerer Zeitzonen innerhalb von wenigen Stunden auftreten. Sie reichen von Schlafstörungen, Appetitverlust und Verdauungs-, Kreislaufproblemen bis hin zu Konzentrationsstörungen. Die Symptome dauern umso länger an, je älter der Flugreisende ist und je mehr Zeitzonen überschritten werden. Dabei werden Flugreisen in den Osten meist schlechter vertragen als in den Westen und Nachtflüge meist schlechter als Tagflüge“ erklärt Schlafexperte Günther W. Amann-Jennson.
Hier finden Sie kurz die wichtigsten Tipps, den Jetlag so gering wie möglich zu halten:
· Schlafmuster vor der Flugreise allmählich der Ziel-Zeitzone anpassen
· Reise gut ausgeschlafen antreten und vor und während der Reise viel trinken – am Besten kohlesäurefreies Wasser
· bequeme Kleidung tragen, Schuhe während des Fluges ausziehen
· sich möglichst etwas Bewegung verschaffen – z.B. oft Toilette aufsuchen oder im Gang auf- und abgehen
· während der Nachtzeit des Ziellandes zu schlafen versuchen. Uhr schon bei Reiseantritt umstellen, Schlafhilfen wie Ohrstöpsel, Schlafmaske, Nackenstütze oder das Reisekissen (Pappillon) von SAMINA verwenden
· Im Zielland Schlafdefizit nicht tagsüber ausgleichen und sich rasch dem neuen Zeitrhythmus anpassen: Sie sollten sich so oft wie möglich dem Tageslicht aussetzen.
Auskunftspersonen für Medien
Medienstelle Samina, Büro 10, Zürcherstrasse 119, 8406 Winterthur
Telefon 052 269 20 06, Email info@buero10.ch, www.samina.ch

